Jugendfahrt nach Seynod / Haute-Savoie vom 11.06. bis 16.06.11
11.06.11 Hinfahrt
Fahrt über Nürnberg, Heilbronn, Basel, Mittagspause (pique-nique) in der Schweiz, Genf, Annecy nach Seynod. Während der Busfahrt findet ein kleiner Sprachkurs statt. Anhand von Arbeitsblättern und Übungen werden wichtige Redewendungen trainiert. Der Kurs wird von den Schülern, die bereits Französisch in der Schule haben, mitgestaltet. Ankunft am Nachmittag und Empfang durch die Jugendspieler, Betreuer und die Vorstandschaft im Sportheim des E.S. Seynod. Wir stellen uns gegenseitig vor und sprechen die Programmpunkte der nächsten Tage durch. Fahrt zur Unterkunft (Internat des lyceé agricole de Poisy), Bezug der Zimmer und gemeinsames Abendessen mit einigen unserer Freunde aus Seynod.
12.06.11 Erste Eindrücke, Turnier & See
Frühstück im Internat. Erste Erfahrungen mit anderen Gepflogenheiten werden gesammelt. Die Schüssel ist nicht für Müsli gedacht, sondern es ist die Tasse für Kakao, Milch oder Tee. Am Vormittag Besuch eines Damen-Fußball-Turniers am Gelände des E.S. Seynod. Aufgrund von Ausfällen bei den Mannschaften von Seynod, erklären sich spontan zwei unserer Betreuerinnen bereit, für Seynod mit zu spielen. Was zunächst nur als Nothilfe für die ersten Spiele gedacht war, wird aufgrund der beiderseitigen Begeisterung zu einem ganztägigen Einsatz. Der Rest der Gruppe verfolgt die Spiele mit Begeisterung. Später machen wir pique-nique im Grünen mit den Freunden von Seynod, um am Nachmittag im Lac d’Annecy zu baden. Am späten Nachmittag erleben wir die Siegerehrung des Fußball-Turniers. Wir essen mit einigen Freunden aus Seynod im Internat zu Abend und sprechen die Planung des nächsten Tages durch.
13.06.11 Le Semnoz, deutsch-französisches Teamwork
Wir frühstücken im Internat und stimmen mit der Küche die Verpflegung (v.a. die Uhrzeiten) ab. Die Küche ist sehr flexibel und stellt sich auf unser Programm ein (super !). Wir treffen die jungen Fußballer(innen) des E.S. Seynod am Sportheim und fahren gemeinsam zum Semnoz, einem Berg im Naherholungsgebiet von Annecy. Dort angekommen gehen die Kinder gemeinsam auf die Sommerrodelbahn. Anschließend steigen wir gemeinsam zum Crête de Chatillion (1699 m) und genießen die Aussicht auf den Jura und die Alpen (Mont-Blanc leider in Wolken). Danach lassen wir uns wieder ein pique-nique in dieser wunderschönen Landschaft schmecken. Während des Essens beginnen einige Betreuer mit der Vorbereitung des ersten Spieles. Die Kinder werden in 10 deutsch-französisch gemischte Gruppen eingeteilt und geben sich Gruppennamen. Ziel des Spieles ist, anhand einer geographischen Karte sechs im Wald versteckte Markierungen zu finden, einen Stempel pro Markierung in der richtigen (auf der Karte vermerkten) Reihenfolge auf ihrem Laufzettel anzubringen und möglichst rasch wieder zum Ziel zu kommen. Die Kinder müssen sich somit untereinander verständigen und anhand Ihrer Karte über den Weg und die Vorgehensweise einigen. Es gewinnt das Team ‚les loups’. Beim nächsten Spiel wird ein neuer Parcours im Wald markiert. Entlang diesem sind Couverts mit Fragen versteckt, teils in französischer, teils in deutscher Sprache. Es gibt jeweils drei Antworten, darunter nur eine richtige. Jeder Antwort ist ein Buchstabe für den Lösungssatz zugeordnet. Die deutsch-französischen Teams müssen also zur Lösung der Aufgabe wieder eng zusammenarbeiten. Die Gruppe, die als erste wieder am Ausgangspunkt des Parcours ist und den Lösungssatz richtig ermittelt hat gewinnt (natürlich haben alle Gruppen einen Preis für diese Leistung verdient und erhalten). Der Lösungssatz lautet ‚We are Friends’. Anschließend fahren wir zurück ins Stadion, um ein Freundschaftsspiel zwischen gemischten Mannschaften zu bestreiten.
Das Abendessen gibt es wieder im Internat.
14.06.11 Unser Tag in Annecy
Morgens besuchen wir den Markt in der Altstadt. Wir erkunden die Markstände mit den regionalen Spezialitäten: Verschiedene Salamis konnten ebenso verkostet werden, wie die lokalen Käsesorten ‚Reblechon’ und ‚Tomme’. An den sehr schön angerichteten Obstständen kaufen wir einige Früchte (und lernen dabei die französischen Begriffe). Ein Erlebnis für alle Sinne. Gegen Mittag werden wir im Rathaus von Monsieur Flavien (Vertreter des Bürgermeisters) empfangen. Die Jugendlichen werden ermuntert, den Partnerschaftsgedanken weiter zu tragen und das was Generationen vor Ihnen aufgebaut haben weiter zu führen und auszubauen. Nur so kann Europa weiter zusammen wachsen. In der Mittagspause machen wir ein schönes pique-nique am Seeufer. Einige von uns nutzen die Gelegenheit und erfrischen sich im kühlen Nass. Am Nachmittag können wir eine eindrucksvolle Rundfahrt auf dem Lac d´Annecy unternehmen. Bei der anschließenden auf die Kinder abgestimmten Stadtführung erfahren wir vieles über Geschichte und Gegenwart von Annecy. Danach machen wir ein kleines Quiz, um die Erkenntnisse, Vokabeln und Begriffe zu festigen. Anschließend werden wir von Frau Camusso, der Bürgermeisterin von Seynod empfangen. Es ist der für Sport zuständige Referent der 20.000 Einwohner zählenden Stadt ebenso anwesend, wie René Grandchamp (der Präsident des E.S. Seynod) und Claude Pouthze (Leiter der école de foot). Die Bürgermeisterin verleiht Ihrer Freude über den Austausch unter den Jugendlichen Ausdruck und dankt den Organisatoren. Der SV Kirchahorn spricht eine erneute Gegeneinladung aus (der E.S. Seynod war in 2010 bereits in Deutschland), was erfreut und dankend aufgenommen wird. Die Betreuer und die Verantwortlichen der Stadt sind sich einig: nur über die Freundschaften zwischen den Kindern und Jugendlichen wird die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland noch enger werden. Am Abend essen wir wieder gemeinsam mit einigen Freunden aus Seynod und tauschen uns über diesen Tag und unsere weiteren Vorhaben aus.
15.06.11 Lecon francais, Burg, Natur und Sport
Der Tag beginnt nach dem Frühstück mit Französisch-Unterricht im Lyceé agricole de Poisy. Schüler der `Première` (merci beaucoup surtout à Laurie) und Lehrer realisieren mit unseren Betreuern einen Sprachkurs für die Jugendlichen. Dabei lernen die Schüler wichtige Redewendungen des alltäglichen Lebens und einige Vokabeln rund um den Fußballsport. Laurie hat eigens hierzu ein Arbeitsblatt für die Kinder vorbereitet. Die Schüler, Lehrer und Betreuer bieten sich gegenseitig an, Gastfamilien für individuelle Austausch- und Sprachaufenthalte zu sein.
Gegen Mittag besichtigen wir das Château de Montrottier. Die Burg stammt aus dem Mittelalter und beherbergt eine Sammlung von Trachten, Rüstungen, Säbeln und Feuerwaffen aus verschiedenen Kontinenten und Epochen. Die Führung, die in französischer Sprache mit deutschen Übersetzungen durch uns stattfindet, wurde auf die Kinder in Form eines Frage- und Antwortspiels zugeschnitten. Highlight und Abschluss war die Besteigung des Bergfrieds und die Erkundung seiner Wehranlagen. Im Park genießen wir anschließend unser pique-nique mit Blick auf die Burg. Danach durchwandern wir die Georges du Fier (Schlucht der Fier). Die Fier hat sich hier über Jahrhunderte hinweg tief in den Felsen eingegraben und diese eindrucksvolle Schlucht geschaffen. Die Kinder lauschten gebannt der Sage, die von einem Betreuer vorgetragen wurde, die sich um diese Schlucht rankt und haben die Aufgabe, die Gesichter der schönen Prinzessin und des Pagen (die Hauptpersonen der Sage) in den Felsen zu erkennen. Am Nachmittag treffen wir uns im Stadion des E. S. Seynod, um mehrere Freundschaftsspiele zu bestreiten. Die Spiele werden zwar nach Altersstufen getrennt, aber gemischten Teams mit Mädchen und Jungen sowie Franzosen und Deutschen durchgeführt, um auch hier den Partnerschaftsgedanken zu fördern, die Verständigung zu verbessern und neue Freundschaften zu schließen.
Nach den Fußballspielen findet eine herzliche Partnerschaftsfeier statt. Die Kinder toben und spielen miteinander und erfreuen sich an den gegrillten Würstchen. Die Sprachbarrieren fallen immer mehr und die eine oder andere Adresse wird ausgetauscht. Die Betreuer des E. S. Seynod und des SV Kirchahorn sind sich einig: Die Begegnungen auf und außerhalb des Fußballplatzes waren ein voller Erfolg.
16.06.11 Abschied und Rückreise
Am Morgen kommen der Vorstand des E.S. Seynod und auch die Verantwortlichen des Internats um uns zu verabschieden. Alle sind mit dem Verlauf der Reise überaus zufrieden und stimmen überein, dass wir diese Partnerschaft weiter pflegen und möglichst noch ausbauen werden. Nach einem herzlichen Abschied und einem Austausch von Geschenken machen wir uns am späteren Vormittag auf den Weg zurück nach Kirchahorn.
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Fazit
Die Betreuer beider Seiten sind mit dem Verlauf der Reise und den Ergebnissen sehr zufrieden. Dies sind wir, da
Die Jugendlichen die angebotenen Programmpunkte mit Eifer und Begeisterung aufgenommen habenVerständigung zwischen den Jugendlichen beider Länder aus eigenem Antrieb und nicht allein über die gemeinsamen Aktivitäten und Spiele statt fandMail-Adressen und Koordinaten zwischen den Jugendlichen ausgetauscht wurdenDie Sprachübungen gerne angenommen und verinnerlicht wurden Einge Jugendliche Französisch als Wahlfach oder zweite Fremdsprache belegen / belegen möchtenViel über Land, Leute und Kultur gelernt und verstanden wurdeAlle Teilnehmer der Reise bekräftigten, dass sie gerne beim nächsten Austausch wieder dabei sindFreiwillig Erlebnisberichte von den Jugendlichen verfasst wurden (Auszüge in Anlage) Unsere Auswertung (gemeinsam mit den Betreuern aus Seynod) zeigt uns, dass es besonders erfolgreich war, die Jugendlichen über Spiele an die Sprache und die Verständigung untereinander heran zu führen. Beispielsweise der Austausch von Spielern bei den Freundschaftsspielen, das spontane Ergänzen des französischen Damenteams durch zwei unserer Spielerinnen oder die gemischten Teams bei den Schnitzeljagden waren hier sehr erfolgreiche Elemente. Auch die Unterrichtseinheit wurde gut angenommen und konnte die vorhandene Sprachbasis weiter verbreitern. Dieses Element, dass von Jugendlichen gestaltet wurde, werden wir in jedem Fall wieder mit einbauen. Die Schüler haben sich gegenseitig als Partnerfamilien für Individualreisen angeboten bzw. Mailadressen ausgetauscht.
Die Kommunikation (anfangs noch zögerlich, von Treffen zu Treffen – von Spiel zu Spiel intensiver) fand bei den Jugendlichen mit vorhandenen Grundkenntnissen überwiegend in der jeweiligen Landessprache statt. Teilweise wurde auch auf die gemeinsame Fremdsprache Englisch als Hilfsmedium zur Wortfindung zurückgegriffen.
Die Mischung aus gemeinsamen sportlichen, spielerischen und inhaltlichen Elementen fand bei den Jugendlichen großen Anklang. So bestand z.B. nach dem Marktbesuch in der Altstadt die Möglichkeit im See zu baden und zu toben bevor es zum nächsten Programmpunkt ging.
Der E.S. Seynod und der SV Kirchahorn berichten über den Besuch auf Ihren jeweiligen Internetseiten. Auch werden Pressemitteilungen an die regionalen Tageszeitungen gegeben.
In jedem Fall wollen die beiden Vereine den Austausch fortsetzen. Aktuell haben wir einen erneuten Besuch des E.S. Seynod in Deutschland für 2012 ins Auge gefasst.
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